Synthese von Benzylidenaceton [122-57-6]

Benzylidenaceton [122-57-6-A]            C10H10O

Zur Reaktion: Aceton wird im Beisein einer starken Base in α-Stellung deprotoniert. Das entstandene Anion (1) ist nun in der Lage, sich an das Carbonyl-Kohlenstoffatom des Benzaldehyds (2) unter Ausbildung eines Alkoholat-Ions (3) anzulagern. Das protonierte Zwischenprodukt (4) ist ein β-Hydroxyketon. Dieses spaltet ein Molekül Wasser ab, was schließlich zum Benzylidenaceton (5), einem α,β-ungesättigten Keton, führt. Es handelt sich bei dieser Reaktion um eine Aldolkondensation.

Durchführung: In einem 250-ml-Zweihalsrundkolben mit Innenthermometer werden 26.5 g (0.25 mol) frisch destilliertes Benzaldehyd und 55.5 ml (0.75 mol) Aceton mit 50 ml Methanol gemischt. Unter gutem Rühren werden innerhalb von 15 Minuten 4.1 ml (13 mmol) 15%-ige Kalilauge so zugetropft, dass die Innentemperatur 25 C nicht überschreitet. Dazu wird der Kolben mit einem Eisbad gekühlt. Nach beendeter Zugabe wird drei Stunden bei 20 C gerührt. Das Reaktionsgemisch wird mit Eisessig neutralisiert, wobei der pH-Wert mit Indikatorpapier überprüft wird, und anschließend mit 400 ml Wasser verdünnt. Man extrahiert dreimal mit je 150 ml Ether, wäscht die vereinigten Etherphasen mit Wasser und trocknet sie über wasserfreiem Natriumsulfat. Man filtriert vom Trockenmittel ab, entfernt das Solvens im Vakuum und destilliert den Rückstand im Wasserstrahl-Vakuum. Bei der Destillation wird lediglich Luft durch den Kühler geleitet, da das Produkt, bei Verwendung von Wasser als Kühlmittel, im Kühler auskristallisieren und diesen verstopfen kann. Das Produkt geht bei einem Unterdruck von 16 Torr bzw. 21 mbar bei 140-142 C über. Es werden 23.7-25.6 g (65-70%) Benzylidenaceton als schwach gelbliches Öl erhalten, das beim Abkühlen unterhalb von 40 C kristallin erstarrt. Zur Einleitung der Kristallisation ist gegebenenfalls ein Animpfen oder Reiben nötig.

Beschreibung: Benzylidenaceton bildet farblose nach Cumarin riechende Tafeln. Es schmilzt bei 42 C und siedet bei Normaldruck zwischen 260 und 262 C. Benzylidenaceton ist löslich in Alkohol, Benzol, Chloroform und Ether, während es in Wasser kaum löslich ist. In der organischen Chemie ist es ein wichtiger Synthese-Baustein für Michael-Additionen, Kondensation-, Cycloadditions- und Grignard-Reaktionen.

In Anlehnung an: L. F. Tietze und Th. Eicher; Organisch-chemisches Praktikum unter Berücksichtigung der Gefahrstoffverordnung, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart 1995
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Letzte Aktualisierung: 11/06/11

Andere Bezeichnungen: Benzalaceton; Monobenzylidenaceton; 4-Phenyl-3-buten-2-on