Synthese von Glycerin-α-monochlorhydrin [96-24-2]

Glycerin-α-monochlorhydrin [96-24-2-A]            C3H7ClO2

Die Darstellung wird im Abzug durchgeführt. In einem 500-ml-Rundkolben mit Rückflusskühler werden 80 ml (100 g; 0.98 mol) 90%-iges Glycerin, 200 ml Salzsäure (D = 1.19; ≈24%-ig) und 4.8 ml (5 g; 0.08 mol) Eisessig 10 Stunden lang im Ölbad unter Rückfluss erhitzt. Damit die Gasentwicklung am Ende des Kühlers nicht zu stürmisch wird, wird zuerst langsam erhitzt und die Temperatur erst dann gesteigert, wenn die Gasentwicklung nachlässt. Anschließend wird der Kolbeninhalt in eine Vakuumdestillationsapparatur überführt und so lange bei Normaldruck (Ölbadtemperatur bis 160 C) erhitzt, bis kein Destillat mehr übergeht. Der Rückstand wird im Wasserstrahlvakuum destilliert. Hierbei erhält man folgende Fraktionen:

   1. bis 115 C/15 mbar (Salzsäure),
   2. 115 bis 117 C/15 mbar (Glycerin-alpha-monochlorhydrin),
   3. 117 bis 170 C/15 mbar (Glycerin).

Fraktion 2 wird erneut destilliert. Die zwischen 115 und 117 C/15 mbar übergehenden Anteile werden gesondert aufgefangen. Ausbeute: 65 g, bzw. 60% der Theorie. Das Präparat kann zur Darstellung von Mephenesin verwendet werden.

Eigenschaften: Farblose Flüssigkeit von süßem Geschmack, die sich mit Wasser und Ethanol mischt, sie ist in Diethylether löslich. Siedepunkt 133-136 C/27 mbar, 115-117 C/15 mbar.

Anmerkung: Es ist darauf zu achten, dass die Temperatur des Ölbads bei der Umsetzung und der Destillation nicht über 180 C beträgt, da sonst Polykondensationen eintreten. Auch Phosphorhalogenide, wie PCl5, PCl3, PBr3 und PI3, und Schwefelhalogenverbindungen, z.B. Thionylchlorid, lassen sich für die Halogenierung von Alkoholen benutzen. Für medizinisch verwendete Alkylhalogenide sind diese Darstellungsverfahren allerdings nicht geeignet, da die als Nebenprodukt entstehenden, unangenehm riechenden Phosphorverbindungen nicht immer vollkommen abzutrennen sind.

Quelle: Winterfeld, K. - Praktikum der organisch-präparativen Pharmazeutischen Chemie, 6. Auflage, Steinkopff Verl., 1965
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Letzte Aktualisierung: 28/07/05

Andere Bezeichnungen: 3-Chlor-1,2-propandiol; 3-Chlor-1,2-dihydroxypropan; α-Monochlorohydrin; β,β'-Dihydroxyisopropylchlorid