Synthese von p-Allylcatechol [1126-61-0]

p-Allylcatechol [1126-61-0-A]            C9H10O2

Allylbromid reagiert zunächst mit Brenzcatechin zu Allyl-(2-hydroxyphenyl)-ether. Der entstandene Ether lagert sich beim Erwärmen zu ortho- und para-Allylcatechol um. Diese Art der Umlagerung ist allgemein als Claisen-Umlagerung bekannt.

Durchführung: In einem 1000-ml-Rundkolben werden 132 g Brenzcatechin, 103 ml Allylbromid und 220 ml wasserfreies Aceton vorgelegt. Zu dieser Lösung gibt man 170 g wasserfreies Kaliumcarbonat und versieht den Kolben mit einem Rückflusskühler. Auf den Kühler setzt man zur Absorption von Feuchtigkeit ein Trockenröhrchen mit Calciumchlorid-Füllung. Danach wird die Lösung in einem Wasserbad 6 bis 8 Stunden zum Sieden erhitzt. Nach Ablauf der Zeit lässt man abkühlen und tauscht den Rückflusskühler gegen eine Destillierbrücke mir Vorlage. Danach wird das Aceton vollständig abdestilliert und man gibt 50 ml Wasser und soviel 30%-ige Schwefelsäure hinzu, bis blaues Lackmuspapier deutlich gerötet wird. Anschließend extrahiert man in mehreren Einzelportionen mit dem gleichen Volumen Diethylether. Die Etherschichten werden abgetrennt und mit 10%-iger Natronlauge gewaschen. Nun säuert man die wässrige Phase mit 30%-iger Schwefelsäure an, wobei sich ein Öl abscheidet. Dieses Öl wird durch Zugabe von Chloroform verdünnt und die zwei sich bildenden Phasen werden im Scheidetrichter getrennt. Aus der organischen Phase zieht man das Lösungsmittel in einer Vakuumdestillationsapparatur ab und destilliert den Rückstand im Wasserstrahlpumpenvakuum. Als Zwischenprodukt erhält man Allyl-(2-hydroxyphenyl)-ether.
Anschließend werden 92 g des Zwischenproduktes in einem 250-ml-Rundkolben unter Rückflusskühlung, durch einen Intensivkühler, auf 170-180 C erhitzt. Die Umlagerung zum Endprodukt verläuft unter starker Temperaturerhöhung (bis 265C) und einem Farbwechsel nach rot. Anschließend lässt man abkühlen und tauscht den Intensivkühler gegen eine Vakuumdestillationsapparatur. Nun wird die Flüssigkeit im Vakuum bei 15 bis 16 Torr fraktioniert destilliert, wobei zwischen 142 und 145C eine erste Fraktion überdestilliert. Sie wiegt ca. 66 g. Die zwischen 152-160 C übergehende Fraktion wiegt etwa 17 g. Beide Fraktionen werden zum Schluss nochmal jeweils getrennt bei 16 Torr destilliert. Das reine Endprodukt destilliert zwischen 156 und 158C über und kristallisiert in der Vorlage aus. Die erhaltenen Kristalle schmelzen bei 48 C.

Beschreibung: p-Allylcatechol bildet farblose, wasserunlösliche, charakteristisch riechende Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 48.5 C. Die Substanz kann als Ausgangsstoff zur Synthese von Safrol dienen.

Basierend auf: D. Ollis et al., J. Chem. Soc. Chem. Comm., 1974, 494-496, DOI: 10.1039/C39740000494 S. C. Sethi et al., Ind. J. Chem., 2 (8), 1964, 323-326
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Letzte Aktualisierung: 01/01/10

Andere Bezeichnungen: 4-Allylcatechol; 1-Allyl-3,4-dihydroxybenzol; 4-Allyl-1,2-dihydroxybenzol; 4-Allyl-pyrocatechol; 4-Allylpyrocatechol; 1,2-Dihydroxy-4-allylbenzol; 4-(2'-Propenyl)-1,2-benzoldiol; 4-(2-Propenyl)-1,2-Benzoldiol