Synthese von Paracetamol [103-90-2]

Paracetamol [103-90-2-A]            C8H9NO2

Zur Reaktion: Das primäre, aromatische Amin p-Aminophenol wird durch Umsetzung mit Essigsäureanhydrid acetyliert. Die hier gewählte Variante der Reaktion im wässrigen Medium ermöglicht die selektive Acetylierung der NH2-Funktion.

Durchführung: In einem 2-L-Kolben werden 109 g (1.00 mol) p-Aminophenol in 300 ml Wasser suspendiert. Unter starkem Rühren werden portionsweise 120 ml (1.27 mol) frisch destilliertes Essigsäureanhydrid hinzugegeben. Hierbei erwärmt sich das Reaktionsgemisch und das p-Aminophenol löst sich auf. Die Lösung wird 10 Minuten lang auf 80-90 C erwärmt. Anschließend wird das Reaktionsgemisch mit Hilfe eines Eisbades abgekühlt, wobei nach einiger Zeit das Produkt auskristallisiert. Die Kristalle werden abgenutscht und mit ungefähr 100 ml Eiswasser gewaschen. Abschließend wird aus 750 ml Wasser umkristallisiert und unter Vakuum im Exsikkator getrocknet. Auf diese Weise erhält man 136 g Paracetamol in farblosen Nadeln mit einem Schmelzpunkt von 167-168 C. Dies entspricht einer Ausbeute von 90% der theoretisch erreichbaren Ausbeute.

Anmerkung: Mittels Dünnschichtchromatographie lässt sich der Reaktionsfortschritt kontrollieren. Hierzu werden SiO2-DC-Platten und Ethylacetat als Laufmittel verwendet (hRf ≈ 50).

Quelle: Th. Eicher und H. J. Roth; Synthese, Gewinnung und Charaktersisierung von Arzneistoffen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1986
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Letzte Aktualisierung: 13/04/06

Andere Bezeichnungen: N-(4-Hydroxyphenyl)acetamid; 4'-Hydroxyacetanilid; p-Hydroxyacetanilid; p-Acetamidophenol; p-Acetaminophenol; 4-Acetylaminophenol; p-Acetylaminophenol; N-Acetyl-p-aminophenol