Synthese von Methylorange [547-58-0]

Methylorange [547-58-0-A]            C14H14N3NaO3S

Zur Reaktion: Im ersten Schritt wird Anilin mit konzentrierter Schwefelsäure in Sulfanilsäure überführt. Dabei entsteht, wenn man äquimolekulare Mengen Anilin und konz. Schwefelsäure verwendet, zunächst das saure Sulfat des Anilins, welches beim Erhitzen auf 180 C unter Wasserabspaltung in die Phenylaminsulfamidsäure übergeht. Die Sulfonsäuregruppe wandert dann aus der Seitenkette in die p-Stellung (und o-Stellung) des Kerns. Im zweiten Schritt wird Methylorange durch Kuppeln von diazotierter Sulfanilsäure mit N,N-Dimethylanilin hergestellt.

Schritt 1: sulfanilsaures Natrium (Natriumsalz der Sulfanilsäure) [515-74-2] C6H6NO3Na

In einem 250-ml-Rundkolben versetzt man 50 g konzentrierte Schwefelsäure langsam unter Umrühren mit 50 g frisch destilliertem Anilin und erhitzt im Ölbad etwa 6 Stunden auf 180-200 C, bis eine mit Wasser verdünnte Probe auf Zusatz von Natronlauge kein Anilin mehr abscheidet. Das Reaktionsprodukt wird mit 20 g Natriumhydroxid in nicht verdünnter Lösung versetzt, worauf Lösung erfolgt. Das Filtrat neutralisiert man mit Salzsäure, kocht nach Zugabe von etwas Kohle 15 Minuten lang und filtriert. Nach dem Erkalten scheiden sich Kristalle in Form von leicht löslichen Tafeln aus.

Schritt 2: Methylorange

22 g sulfanilsaures Natrium werden in 100 ml Wasser suspendiert, mit Eisessig angesäuert und mit 12 g Dimethylanilin zur Lösung gebracht. Nunmehr lässt man unter Eiskühlung eine Lösung von 8 g Natriumnitrit in 100 ml Wasser zufließen. Methylorange scheidet sich dann in orangefarbenen, kristallinen Blättchen aus. Zur vollständigen Fällung wird Natronlauge bis zur deutlich alkalischen Reaktion hinzugegeben. Den Niederschlag saugt man nach einigen Stunden ab und kristallisiert aus Wasser um. Die Ausbeute ist nahezu theoretisch.

Beschreibung: Methylorange ist ein intensiv orangegelbes Pulver, das in Wasser nur begrenzt (löst sich in 500 Teilen Wasser) und in Ethanol sehr schwer löslich ist. Dieser Azofarbstoff weist eine gute Lichtechtheit auf, ist aber sehr säureempfindlich, was die Verwendung als Indikator begründet. Methylorange ist ein Verwandter des Methylrots, welchem die SO3Na-Gruppe fehlt und stattdessen eine COOH-Gruppe in 2-Position des Benzolkerns aufweist. Typisch ist der Einsatz von Methylorange als Indikator mit dem Umschlagsbereich pH 3.0 - 4.4. Hierbei kommt es zu einem Farbwechsel von Rot nach Gelborange. Verwendet werden sehr verdünnte Lösungen in Wasser oder 20%-igem Ethanol (z.B. 0.04 g Methylorange in jeweils 100 ml dieser Lösungsmittel), der Indikator dient insbesondere zur acidimetrischen Titration von Mineralsäuren.

Quelle: Winterfeld, K. - Praktikum der organisch-präparativen Pharmazeutischen Chemie, 4. Auflage
Delivered by: Stefan Baldauf
Formatierung und Ergänzungen: Mephisto
Letzte Aktualisierung: 14/04/07

Andere Bezeichnungen: 4-(4'-Dimethylaminophenylazo)benzol-1-sulfonsäure Natriumsalz; Helianthin; Natriumsalz der 4'-(Dimethylamino)-azobenzol-4-sulfonsäure; Orange III; Goldorange; Tropaeolin D